Alle Fledermausarten im Buschbellerwald willkommen – Unnötige Panikmache ohne Anlass und Fakten

Der Buschbeller Wald ist Lebensraum für verschiedene Fledermausarten (Zwergfledermaus, Braunes Langohr, Kleinabendsegler, Großer Abendsegler, Fransenfledermaus, Bartfledermaus, Rauhautfledermaus, Wasserfledermaus, Großes Mausohr). Alle Fledermausarten stehen unter besonderem Schutz und werden daher von den Quarzwerken und unabhängigen Biologen regelmäßig erfasst und beobachtet. Da in den kommenden rund 90 Jahren ein Teil des Erlenbusches – der ein Teil des Buschbeller Waldes ist – schrittweise für die Gewinnung des Industrieminerals Quarz in Anspruch genommen wird, werden die Arten in diesem Wald seit rund 20 Jahren durch hoch qualifizierte Fachgutachter mit erheblichem technischen und zeitlichen Aufwand sehr genau kontrolliert. Diese Erfassungen sind auch Bestandteil der Genehmigungsverfahren für unsere jeweiligen Tagebauvortriebe. Die umfassenden Untersuchungsmethoden (Detektor-, Horchboxuntersuchungen und Netzfänge mit Telemetrieuntersuchungen) sind Stand der Technik und werden durch alle Fachbehörden durchgängig akzeptiert. Zudem werden Jahre bis Jahrzehnte vor dem Eingriff Ausgleichsmaßnahmen geschaffen, die sicherstellen, dass der Lebensraum der Tiere erhalten bleibt.

So wurde zum Beispiel östlich des Erlenbusches ein Altwaldbereich speziell für Fledermäuse hergerichtet, in dem sechs verschiedene Typen von Fledermauskästen angebracht wurden. Diese werden von den Fledermäusen auch bereits als Quartier angenommen. Nördlich des Erlenbusches entwickelt sich seit sechs Jahren ein Artenschutzwald, der 2019 im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde. In dem seit rund 70 Jahren renaturierten Buschbellerwald südlich des Erlenbuschs bieten fürs Rheinland einzigartige Fledermausangebote einen ganz besonderen Unterschlupf: In einer speziellen „Fledermausvilla“ (von uns umgebaute Trafostation) im rekultivierten Wald und einer von uns angelegten Fledermaushöhle in der jungen Rekultivierung sind mehrere Fledermausarten – sowohl während der Wochenstubenzeit als auch während der Winterruhe – nachgewiesen worden. Eine kleine Sensation!

Was vermutlich keine Sensation, sondern eine Verwechselung mehrerer sehr ähnlicher Fledermausarten darstellt, ist der Inhalt eines Briefs der BUND-Kreisgruppe Rhein-Erft an die Untere und Höhere Naturschutzbehörde und das Bergamt. Darin behauptet die Kreisgruppe des BUND, dass eine Biologin im Rahmen ihrer Doktorarbeit eine in NRW und auch in den umliegenden Bundesländern bisher nicht nachgewiesene Fledermausart entdeckt habe. In der dazugehörigen Medienmitteilung heißt es sogar „Verschollene Fledermäuse…neu entdeckt“.

 Leider gibt es keine Hinweise auf die genauen Untersuchungsmethoden oder die Erfassungsdaten des BUND, so dass diese nicht überprüfbar sind. „Die angeblich entdeckte Nymphenfledermaus ist zudem eine Art, die bei Erfassungen leicht verwechselt werden kann“, weiß Quarzwerke Biologin Britta Franzheim. Insgesamt ist erstaunlich, dass diese ausgerechnet im Buschbeller Wald im Zusammenhang mit der Quarzsandgewinnung entdeckt worden sein soll.

 Im Übrigen ist in nächster Zeit kein Vortrieb des Tagebaus in den Buschbeller Wald geplant. Wenn der Tagebau in diesem Bereich wieder erweitert wird, erfolgt selbstverständlich wieder eine eingehende Untersuchung der Fledermausvorkommen unter Beteiligung sämtlicher Fachbehörden. Sollten dabei bislang nicht vorkommende Arten entdeckt werden, werden diese selbstverständlich nach den geltenden artenschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigt und geschützt.

Erlenbusch

Der Erlenbusch ist ein derzeit gut 90 ha großes Stück Wald, das nördlich des Quarzsandtagebaus Frechen liegt und bis zur Autobahn 4 reicht. Östlich des Forstes liegt Buschbell, westlich die Eisenbahn (Bau 1893), und südlich wird der Wald vom Tagebau begrenzt – allerdings ist diese Grenze nicht statisch, sondern dynamisch.

Trotz der seit Jahrzehnten andauernden Isolation des Erlenbusches sind dank guter forstwirtschaftlicher Pflege durch die Quarzwerke Forstarbeiter Waldgesellschaften wie Stileichen-Hainbuchenwald, Flattergras-Traubeneichen-Buchenwald und Maiglöckchen-Buchenwald anzutreffen.

Der Erlenbusch wird seit Jahrzehnten von den Frechenern als Naherholungsgebiet genutzt.  Die Waldwege werden von Quarzwerke gepflegt und sicher gehalten. Die derzeitige  Ausdehnung der Quarzsandgrube umfasst inzwischen auch einen ehemaligen Segelflugplatz, den Quarzwerke dreißig Jahre lang einer Segelfluggesellschaft zur Verfügung gestellt hat. 1991 startete dort der letzte Flieger.

Der Erlenbusch bietet vielen Waldtierarten ein Zuhause. Fledermäuse, Spechte oder  Salamander haben dort ihren Lebensraum.  Zwar wird mit jedem Vorrücken der Grube – sie wandert  rund vier Meter pro Jahr  – der Erlenbusch kleiner. Zeitgleich entsteht aber auf der anderen Seite der Grube, nur 300 Meter entfernt,  ein neuer und vielfältiger  Lebensraum für  Pflanzen und Tiere.

Unmittelbar nach der Aussandung werden die Flächen der Natur wieder zur Verfügung gestellt. Ein Teil wird aufgeforstet, ein anderer Teil bietet  den in Deutschland stark bedrohten Pionier-Pflanzen und – Tieren die Möglichkeit,  einen Lebensraum zu finden. Diese Pionierarten wandern quasi mit der frischen Renaturierung mit.

Da Quarzwerke in Frechen mittlerweile seit 135 Jahren Quarzsand abbaut, gibt es im renaturierten Tagebaubereich schon mittelalte Waldbereiche, in denen mittlerweile auch waldbewohnende Tiere leben. So brütete  im Jahr 2010 zum ersten Mal im renaturierten Waldbereich ein Mittelspecht.  Für Amphibien, Reptilien und natürlich auch für fliegende Tiere ist die knapp 300 Meter breite Grube kein großes Hindernis.

 So wird in den kommenden 90 Jahren der Erlenbusch zwar ein neues Gesicht bekommen, er wird aber ununterbrochen Lebensraum für verschiedenste Waldbewohner und Naherholungsgebiet für die Frechener bleiben.