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Aktuelles

Vorstellung des neuen Leitfadens zur Förderung von Abgrabungsamphibien bei Quarzwerke

Am Dienstag, den 3. Juni 2025, fand bei Quarzwerke eine bedeutende Veranstaltung statt: die feierliche Vorstellung des neuen Leitfadens zur Förderung von Abgrabungsamphibien.

Die Publikation ist das Ergebnis einer achtjährigen Zusammenarbeit und Weiterentwicklung eines Projekts, das zur Förderung seltener Krötenarten in Tagebaubereichen ins Leben gerufen wurde. (Geht zusammen: Artenschutz und Rohstoffabbau – NABU NRW).

Den Auftakt machte Dr. Páez-Maletz, Geschäftsführer von Quarzwerke, der die Gäste herzlich begrüßte und die große Bedeutung des neuen Leitfadens für den Umweltschutz und die Biodiversität betonte. Seine Worte unterstrichen den Anspruch von Quarzwerke, Industrie und Naturschutz in Einklang zu bringen.

In ihren Grußworten hoben auch Monika Hachtel vom NABU NRW und Raimo Benger vom Branchenverband vero die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Naturschutz hervor. Gemeinsames Ziel sei es, die Artenvielfalt langfristig zu schützen – insbesondere in Gebieten, die durch menschliche Eingriffe geprägt sind.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation von Peter Schmidt von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des NABU, anderer Biologischer Stationen sowie der Quarzwerke-Biologin Britta Franzheim hatte Schmidt maßgeblich an der Erstellung des neuen Leitfadens mitgewirkt. In seinem Vortrag erläuterte er das ökologische Konzept hinter den sogenannten „Abgrabungsamphibien“ – also Amphibienarten, die gezielt von den besonderen Bedingungen in Abgrabungsgebieten profitieren – und warum eine Aktualisierung des alten Leitfadens dringend notwendig war.

Neues Kapitel: Künstlicher Gewässer

Ein zentrales neues Kapitel des Leitfadens widmet sich dem Thema künstliche Gewässer. Angesichts immer heißerer und trockenerer Frühjahrs- und Sommermonate gewinnen künstlich angelegte Laichgewässer zunehmend an Bedeutung für die Fortpflanzung seltener Arten wie der Wechsel- und Kreuzkröte. Der Leitfaden bietet praxisnahe Empfehlungen: von der Anlage und Pflege geeigneter Teiche über die Gestaltung von Flachwasserzonen bis hin zur Schaffung von Versteckmöglichkeiten.

Im Anschluss an die Präsentation wurden die Gäste von Peter Schmidt und Britta Franzheim zu verschiedenen Gewässern im Tagebaugelände geführt. Dort demonstrierten sie anschaulich, wie einfach sich viele der vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen lassen. Der Erfolg war sichtbar: Hunderte Kaulquappen von Wechsel- und Kreuzkröten belegten eindrucksvoll den Nutzen der ökologischen Aufwertungen. Besonders große Freude bereitete den Teilnehmenden ein kleiner Star des Tages – eine frisch metamorphosierte Baby-Wechselkröte.

Mit dem neuen Leitfaden setzen Rohstoffindustrie und Naturschutz ein starkes Zeichen für nachhaltigen Artenschutz in industriell genutzten Räumen. Die Initiative zeigt beispielhaft, wie sich Naturschutz und Rohstoffgewinnung miteinander verbinden lassen – und macht Mut für weitere Projekte dieser Art.

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Amphibienschutz in der Rohstoffgewinnung

Den Artenschutz als gemeinsames Anliegen in enger Abstimmung zu fördern, ist Gegenstand einer Erklärung mit dem Titel „Amphibienschutz in der Rohstoffgewinnung“, die am 8. Mai 2017 feierlich in der Hauptverwaltung der Quarzwerke GmbH in Frechen vom NABU NRW, dem für die betreffende Wirtschaft wirkenden Verband der Roh- und Baustoffindustrie, vero, und sechs Biologischen Stationen als Rahmenvertrag unterzeichnet wurde. Parallel absolvierte diese Willensbekundung direkt ihren ersten Schritt in die Praxis: Robert Lindemann-Berk, Geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke Gruppe, unterzeichnete die Vereinbarung als erster Vertreter der nordrhein-westfälischen Rohstoffwirtschaft mit der konkreten Absicht, den Lebensraum von spezialisierten Amphibien zu fördern.

Neben einer gemeinsamen Erklärung ist ein Leitfaden entstanden, der ganz konkrete und einfache Tipps gibt, wie man die vier seltenen und streng geschützten Amphibien Wechselkröte,  Kreuzkröte, Geburtshelferkröte und Gelbbauchunke während der Rohstoffgewinnung fördern kann.

NABU NRW Vorsitzender Josef Tumbrinck weist in seinem Vorwort zum Leitfaden darauf hin, dass Rohstoffgewinnungsbetriebe einen wichtigen Lebensraum für seltene Amphibien bieten können: „Wir freuen uns, dass wir mit vero einen bedeutenden Schritt unternehmen können, zusammen mit Rohstoffgewinnungs-betrieben Amphibien zu fördern und ihren Erhalt zu sichern. Die Betriebe haben eine Verantwortung für eine Reihe von heute leider sehr seltenen Arten, stehen aber auch immer vor der schwierigen Frage, ob ihre Artenschutzbemühungen nicht betriebliche Abläufe stören oder gar stoppen werden. Hier müssen mit den regionalen Behörden Lösungen gefunden werden, wie ein solches Engagement in die Genehmigungen einfließen kann.“