Erlenbusch

Der Erlenbusch ist ein derzeit gut 90 ha großes Stück Wald, das nördlich des Quarzsandtagebaus Frechen liegt und bis zur Autobahn 4 reicht. Östlich des Forstes liegt Buschbell, westlich die Eisenbahn (Bau 1893), und südlich wird der Wald vom Tagebau begrenzt – allerdings ist diese Grenze nicht statisch, sondern dynamisch.

Trotz der seit Jahrzehnten andauernden Isolation des Erlenbusches sind dank guter forstwirtschaftlicher Pflege durch die Quarzwerke Forstarbeiter Waldgesellschaften wie Stileichen-Hainbuchenwald, Flattergras-Traubeneichen-Buchenwald und Maiglöckchen-Buchenwald anzutreffen.

Der Erlenbusch wird seit Jahrzehnten von den Frechenern als Naherholungsgebiet genutzt.  Die Waldwege werden von Quarzwerke gepflegt und sicher gehalten. Die derzeitige  Ausdehnung der Quarzsandgrube umfasst inzwischen auch einen ehemaligen Segelflugplatz, den Quarzwerke dreißig Jahre lang einer Segelfluggesellschaft zur Verfügung gestellt hat. 1991 startete dort der letzte Flieger.

Der Erlenbusch bietet vielen Waldtierarten ein Zuhause. Fledermäuse, Spechte oder  Salamander haben dort ihren Lebensraum.  Zwar wird mit jedem Vorrücken der Grube – sie wandert  rund vier Meter pro Jahr  - der Erlenbusch kleiner. Zeitgleich entsteht aber auf der anderen Seite der Grube, nur 300 Meter entfernt,  ein neuer und vielfältiger  Lebensraum für  Pflanzen und Tiere.

Unmittelbar nach der Aussandung werden die Flächen der Natur wieder zur Verfügung gestellt. Ein Teil wird aufgeforstet, ein anderer Teil bietet  den in Deutschland stark bedrohten Pionier-Pflanzen und - Tieren die Möglichkeit,  einen Lebensraum zu finden. Diese Pionierarten wandern quasi mit der frischen Renaturierung mit.

Da Quarzwerke in Frechen mittlerweile seit 130 Jahren Quarzsand abbaut, gibt es im renaturierten Tagebaubereich schon mittelalte Waldbereiche, in denen mittlerweile auch waldbewohnende Tiere leben. So brütete  im Jahr 2010 zum ersten Mal im renaturierten Waldbereich ein Mittelspecht.  Für Amphibien, Reptilien und natürlich auch für fliegende Tiere ist die knapp 300 Meter breite Grube kein großes Hindernis.

 So wird in den kommenden 80 Jahren der Erlenbusch zwar ein neues Gesicht bekommen, er wird aber ununterbrochen Lebensraum für verschiedenste Waldbewohner und Naherholungsgebiet für die Frechener bleiben.